Werksangaben

Werksangaben existieren ja für viele Produkte. Auf Kühlschränken ist angegeben, wie viele Kilowattstunden dieser pro Jahr verbraucht, Waschmaschinen zeigen den Wasserverbrauch pro Waschgang, Staubsauger werden mit ihrer Leistungsaufnahme in Watt beworben und Autos mit dem verbrauch pro 100km. Doch gerade bei letzterem wird oftmals kolportiert, dass die Werksangaben unerreichbar niedrig seien und es sich somit um nicht vertrauenswürdige Werbelügen handele.

So etwas ähnliches erzählte mir auch der Verkäufer meines aktuellen Gefährts. Die Werksangabe zeichnet den Verbrauch mit 4,5 Litern/100km aus. Er würde aber eher 5,5 bis 6 erwarten, man wisse ja, dass es die Hersteller beim Verbrauch nicht so genau nehmen. Dabei bezieht sich die Angabe des Durchschnittsverbrauchs auf den genormten neuen europäischen Fahrzyklus und sollte daher alles andere als ungenau sein.

Mir war allerdings egal, ob die Angaben stimmen oder nicht. Stimmten sie nicht, so verbrauchte das Auto trotzdem weniger als andere Autos, da bei deren Verbrauchsangaben ja ebenfalls geschummelt worden wäre. Stimmten die Angaben, würde das Auto ebenfalls wenig verbrauchen.

Nun bin ich seit über einem halben Jahr mit dem Auto unterwegs und muss feststellen, dass ich den angegebenen Normverbrauch im mittel erreiche. Manchmal liege ich etwas drüber, manchmal etwas drunter, aber definitiv nicht bei 5,5 oder gar 6 Litern. Nun stellt sich mir die Frage, warum es bei so vielen Menschen angeblich so große Diskrepanzen zwischen angegebenen Wert und tatsächlichem Verbrauch gibt. Mein Rat: Einfach mal den Bleifuß zu Hause lassen. Das schont nicht nur Umwelt und Portemonnaie, sondern auch die Gesundheit.

Umkehr der Begrifflichkeiten

Warum heißen Umweltschützer eigentlich Umweltschützer? Ist es nicht das normalste auf der Welt, dass jede Person die sie umgebende Welt vor Schäden schützen will? Scheinbar nicht. Denn sonst würde man nicht von Umweltschützern auf der einen und normalen Menschen auf der anderen Seite sprechen.

Wäre es hier nicht tatsächlich ein besserer Ansatz, von normalen Menschen auf der einen und Umweltverschmutzern auf der anderen Seite zu sprechen? Die gleichen Personengruppen, aber diesmal werden die Bösen ausgegrenzt.

Ähnliches Vorgehen hat sich ja auch die FDP seit einigen Wochen vorgenommen. Plötzlich sind die Grünen die Dagegenpartei. Dabei war die FDP doch gegen den Atomausstieg und die Grünen dafür. Die FDP war gegen saubere Stromerzeugung, die Grünen dafür. Die FDP war gegen eine generationengerechte Energiewende, die Grünen dafür. Und trotzdem sind die Grünen die Dagegenpartei. Es ist also alles eine Sache der Begrifflichkeit. Wer bereits in simplen Aussagen, hoffentlich von der breiten Masse unbemerkt, den Gegner begrifflich ausgrenzen kann, macht schon den ersten Punkt, ohne diesen inhaltlich überhaupt verdient zu haben. Ich werde mich von nun an auf diese Erkenntnis besinnen und meine Wortwahl überdenken. Von nun an bin ich kein Umweltschützer mehr, sondern nur noch ein normaler Mensch.

Die „Fakten“ der Klimawandelleugner

Im Internet begegnet man ihnen  sehr häufig, auch auf Informationsveranstaltungen findet man sie gelegentlich. Nur in der wissenschaftlichen Diskussion sind sie nicht präsent. Gemeint sind die Leugner des Klimawandels, die nicht müde werden, eigene Fakten zu erfinden und ihre Behauptungen unter das Volk zu bringen. Dabei können sie keine Belege für ihre Behauptungen anführen. Laut der Meinung der Klimaleugner können die Klimaforscher und Politiker aber auch keine Belege für den Klimawandel anführen. Dabei liegt das daran, dass die Leugner die Fakten nicht anerkennen.

Klimaretter.info, gerade mit dem .info Award 2010 ausgezeichnet, hat daher einige der strittigen Punkt kritisch beleuchtet und den bekannten Fakten sowie der wissenschaftlichen Diskussion gegenüber gestellt.

Darf man Thunfisch essen?

Thunfisch gehört ja zu den Fischarten, die dafür bekannt sind, extrem überfischt zu sein. Außerdem sterben bei der Thunfischjagd unzählige Delphine als Beifang. Die Lungenatmer verfangen sich in den Netzen und ertrinken somit qualvoll. Teilweise streben Umweltorganisationen an, einige Thunfischarten auf die rote Liste der bedrohten Arten zu setzen, womit ein Fangverbot einherginge. Der Thunfisch ist also unter nachhaltigen und umweltverträglichen Gesichtspunkten nicht der Fisch der Wahl.

Umso erstaunter war ich, also mir im Biomarkt meines Vertrauens Thunfisch über den Weg lief. Laut Verpackung wurde der Inhalt delphinfreundlich gefisch. Aber das sagt ja noch nichts, da dieser Begriff nicht geschützt ist und ihn somit jeder auf seine Verpackung drucken kann. Allerdings war auch deklariert, der Thunfisch stamme aus einem vom Earth Island Institute überwachten Gebiet. Das sagte mit allerdings ebenfalls nichts. Aber wie sich herausstellt, ist diese Organisation durchaus glaubhaft. Sie initiierten das internationale Thunfischkontrollprogramm, welches auch von Organisation wie z.B. der Gesellschaft zur Rettung der Delphine unterstützt wird. Dieser Fisch scheint also durchaus in Ordnung zu sein. Über Kommentare zum Thema Thunfisch würde ich mich freuen.

Polemische Argumente müssen nicht widerlegt werden

Gerade bin ich über einen Artikel auf einem österreichischen katholischen Nachrichtenmagazin gestoßen, der in sehr schönes Weise darstellt, wie man sich die Welt passend reden kann. Es handelt sich bei besagtem Artikel um einen Beitrag, der den Klimawandel leugnet. Das interessante daran ist, dass nicht einmal mehr auf die Klimaforscher eingedroschen wurde, sondern auf die Synoden und Kirchenoberen. Die Argumente sind jedoch die gleichen, nur mit einem christlichen Kontext. Eines möchte ich allerdings herausstellen:

Es ist erst fünf Jahre her, da fanden sich in Zeitungen Karikaturen zu Weihnachten mit Palmen am Brandenburger Tor. Der Klimawandel sollte es möglich machen. Nun heißt es, in der deutschen Hauptstadt und vielen anderen Regionen habe es seit 110 Jahren noch nie so viel Schnee gegeben. Wir hätten den kältesten Dezember seit mehr als 40 Jahren erlebt.

Doch was ist an dieser Ausführung falsch? Es ist das Ziel des Angriffs. In einer Diskussion werden Argumente und Gegenargumente vorgebracht, ausgetauscht, bestätigt oder entkräftet. In dem vorliegenden Fall mangelt es jedoch bereits an einem Argument. Wenn ein Karikaturist den Klimawandel so darstellt, dass in Berlin Palmen stehen, so ist das kein Beweis für die Existenz des Klimawandels. Dies würde der Karikatur etwas unterstellen, wozu sie nie gedacht war. Die Karikatur ist vielmehr das Resultat des Erkenntnisprozesses, den der Karikaturist bei der kritischen Betrachtung der Argumente vollzogen hat. Und es handelt sich um eine Karikatur.

Durch die Tatsache, dass fünf Jahre nach Erscheinen einer Karikatur für die Dauer eines Monats ein extremes Gegenteil zur Karikatur eingetreten ist, den Klimawandel widerlegen zu wollen, erscheint mehr als zweifelhaft. Jedoch ist dies das typische Verhaltensmuster der Klimawandelleugner. Oftmals fordern sie einen kritischen Umgang mit den Argumenten der Klimaforscher. Selbst sind sie jedoch nicht in der Lage, einen sachlichen Beitrag zur Diskussion zu leisten, der einer kritischen Betrachtung Stand hält.