Krautfäule und faule Kräuter

Gestern war ich zu Besuch im Greenspace aka Hammergarten aka Stadtteilgarten 1 aka ??? Ich hatte per Mailingliste angeboten, einige meiner grünen Zebras und Sliwowidnij mitzubringen. Und prompt kam der Hinweis, dass man im Siegerland Tomaten besser erst nach den Eisheiligen raussetzen sollte. Vielen Dank an dieser Stelle an Anna für den Hinweis. Dies zeigt sehr schön, wie eine solche Initiative Menschen zusammenbringt, mit denen man im normalen Leben keinen Kontakt gehabt hätte (Zugegeben, Anna kenne ich flüchtig, aber viele andere, die sich auf der Mailingliste und im Garten tummeln, hatte ich vorher noch nie gesehen). Und es ist auch ein sehr schönes Beispiel dafür, wie ein Stadtteilgarten bereits in der Startphase Wissen streut und vermehrt und auch weitere Wissensvermehrung nach sich zieht. Denn als Reaktion auf mein Tomatenangebot kam auch der Hinweis, dass Tomaten besser nicht in die Nähe von Kartoffeln gepflanzt werden sollten, um Krautfäule zu vermeiden. Aus diesem Hinweis hat sich nun eine Verträglichkeitsliste entwickelt, die im Garten aushängt. Auf dieser kann nun jeder nachlesen, welche Pflanzen sich vertragen und welche man besser räumlich weit getrennt in die Erde bringt. Und wer eine Lücke in der Liste findet, kann diese füllen. Ein analoges Wiki also. Und gleichzeitig ein schönes Beitrag zum Thema Teilhabe.

Kleine grüne Zebras

Letztes Jahr wuchs auf meinem Balkon ein grünes Zebra. Damit mir nun niemand den Tierschutz auf den Hals hetzt, sein gesagt, dass es sich bei einem grünen Zebra nicht um ein gestreiftes Pferd, sonder vielmehr um eine Tomatensorte handelt. Und somit ist es auch nicht verwerflich, dass ich im letzten Sommer viele leckere grüne Zebras gegessen habe. Aber nicht nur das. Neben der Tomate mit dem Tiernamen wuchsen eine Roma-Tomate und eine kleine Pflaumentomate mit dem Namen Sliwowidnij. Und besonders die letztgenannte Sorte hat Unmengen kleiner, aber sehr aromatischer Früchte hervorgebracht.

Green Zebra

Aber Tomaten sind ja leider einjährige Pflanzen. Da mir die Pflanzen zu schade waren, sie einfach wegzuwerfen, habe ich gegen Ende des Sommers von jeder Sorte eine besonders schöne Tomate ausgesucht, sie ein paar Tage reifen lassen und anschließend die Samen entnommen. Diesen habe ich mehrmals gewaschen, bis alles Fruchtfleisch entfernt war, ihn anschließend getrocknet und in einem Blatt Papier eingeschlagen. Damit der Samen gut über den Winter kommt, habe ich ihn kalt und dunkel aufbewahrt.

Vor knapp zwei Wochen habe ich die Samen wieder ausgepackt und in kleinen Töpfen mit etwas Erde bedeckt feucht und warm keimen lassen. Ein Minigewächshaus ist dabei eine große Hilfe, da es für eine feuchte Umgebung sorgt. Und nun sind die ersten kleinen grünen Zebras geschlüpft und recken ihre Hälse der Frühlingssonne entgegen. Natürlich sind auch die Samen der anderen Pflanzen fleißig dabei, sich in stattliche Tomatenstauden zu verwandeln.

Little Green Zebra

Am Wochenende werde ich die kleinen Pflänzchen in größere Töpfe umpflanzen und sie dort auf die Größe von 20-30 cm anwachsen lassen. Anschließend kommen sie in große Töpfe und können auf dem Balkon die Nachfolge ihrer Vorgängerin antreten. Und hoffentlich bekomme ich wieder viele leckere grüne Zebras.