Streuobstwiese

Seit Jahrzehnten befindet sich im Besitz meiner Familie (noch hochtrabender konnte ich es nicht ausrücken) ein Grundstück am Waldrand. Und seit mindestens ebenso langer Zeit wird das Grundstück nicht genutzt. Aktuell ist ein kleiner Teil mit etwas Wald bewachsen, der Rest ist brachliegendes Grünland.

Nun las ich vor einigen Tagen auf einem Schild eines ansässigen Gartenbaubetriebs, dass nun die Zeit sei, um Obstgehölze zu pflanzen. War ich bisher auf “Obstspenden” angewiesen, um im Herbst Marmelade, Gelee und andere Köstlichkeiten herzustellen, dachte ich mir nun, ich könnte ja mein eigener Obstbauer werden. Kann ja nicht so schwer sein. Baum kaufen, Loch graben, Baum rein, ein Jahr warten, Obst ernten.

Da ich aber nicht irgendeinen Baum pflanzen wollte, und ich auch gerne verschiedene Obstsorten möchte, begab ich mich auf die Suche nach Informationen über Obstbäume. Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto klarer wurde mir, dass es mit der oben beschriebenen Vorgehensweise wahrscheinlich nicht funktioniert. Es gehört doch etwas mehr dazu. Da mich dies aber nicht davon abbringt, die Wiese einem sinnvolleren Nutzen als ihrem bloßen Dasein zuzuführen, möchte ich hier nach und nach von meinem “Projekt Streuobstwiese” berichten, in der Hoffnung, Nachahmer zu finden, Informationen bereit zu stellen und in Kontakt mit anderen Streuobstbauern zu kommen.

Beginnen möchte ich mit den Beweggründen und Nebenzielen. So ist es mir nicht nur wichtig, Obst ernten zu können. Vielmehr soll das Wiesenbrachland durch das Anlegen einer Streuobstwiese auch ökologisch aufgewertet werden. Denn Streuobstwiesen sind Lebensraum für eine Vielzahl unterschiedlicher Tiere, wohingegen Wiesenbrachland nach einigen Jahren nicht mehr zu den artenreichen Flächen gezählt wird. Dieses Nebenziel stellt sich in gewissem Grad also von ganz alleine ein. Ob und wie ich es noch unterstützen werde, wird sich später zeigen.

Im ersten Schritt werde ich nun die Fläche ausmessen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie viele Bäume auf der Fläche gepflanzt werden können und wie diese sinnvoll anzuordnen sind. Denn zum einen bringt beispielsweise ein einzelner Apfelbaum nichts, wenn weit und breit kein anderer Baum verfügbar ist, der Pollen zur Bestäubung liefern kann. Denn viele Apfelbäume benötigen einen Pollenspender. Zum anderen ist es wichtig, dass die Bäume genug Platz haben, sich zu entwickeln. Anfänglich ist ein Baum ja recht klein und niedlich, mit den Jahren können sich aber stattliche Kronen ausbilden, sodass bereits bei der Pflanzung darauf Rücksicht genommen werden muss.

Mit Hilfe von TIM Online konnte ich ausmessen, dass das Grundstück eine Fläche von ca. 2700 m² hat. Laut Deutscher Grundkarte liegt es zwischen 385 und 402 m hoch. Nun muss ich mich vor Ort auf die Suche nach de Grenzsteinen begeben, um dann das Waldstück auf der Karte einzuzeichnen, damit ich dieses bei der Planung berücksichtigen kann.

Fortsetzung folgt…