Ergebnisoffene Stellengesuche

“Ergebnisoffen” scheint neuerdings eines der Lieblingswörter der Bundesregierung, besonders des Umweltministers zu sein. Zum Beispiel erfolgt die Endlagersuche für radioaktiven Abfall “ergebnisoffen”. Auch die Neubewertung der Laufzeitverlängerung wird “ergebnisoffen” durchgeführt. Mittlerweile stellt sich mir die Frage, wie diese Bundesregierung wohl arbeitet? Scheinbar werden nur sehr wenige Fragen “ergebnisoffen” geklärt. Steht dann bei allen anderen Problemen die Lösung schon fest, bevor diese überhaupt gesucht wird? Schaut man sich die Laufzeitverlängerung an, so scheint dieser Eindruck bestätigt zu werden. Die Bundesregierung gibt eine Studie in Auftrag, bei der berechnet werden soll, wie sich eine Laufzeitverlängerung von 4, 12, 20 oder 28 Jahren auf das Energiesystem auswirkt. Dabei kommt heraus, dass es nur marginale Unterschiede gibt. Für die Bundesregierung ist damit aber klar, dass wir eine Laufzeitverlängerung brauchen. Von Ergebnisoffenheit keine Spur.

Demgegenüber soll aber die Endlagersuche ergebnisoffen ablaufen. Allerdings wird nur ein einziger Standort untersucht. Das schränkt die Ergebnisoffenheit schon einmal stark ein. Nun sucht das Bundesamt für Strahlenschutz seit gestern fünf wissenschaftliche Mitarbeiter (Links: 1, 2, 3, 4, 5) für das Projekt Gorleben Fragestellungen zur ergebnisoffenen Eignungsprüfung als Standort für die Endlagerung radioaktiver Abfälle . Das BfS fügt nun also schon “ergebnisoffen” in die Namen seiner Forschungsprojekte ein. Hat man im BfS Angst, sonst keine Wissenschaftler zu finden? Wissenschaftler geben nämlich nur sehr ungern ihren Namen für gekaufte Pseudowissenschaft. Dabei sollte man meinen, das gerade bei dem Thema der Endlagerfrage wissenschaftlich sauber gearbeitet wird. Aber wissenschaftliches Arbeiten scheint auch hier eine Besonderheit zu sein. Andernfalls müsste man ja nicht schon im Projektnamen darauf hinweisen.

Jetzt fehlt nur noch, dass für 2013 “ergebnisoffene” Bundestagswahlen angekündigt werden.