Die Pfandmarke

Kürzlich besuchte ich die Leverkusender Jazztage. Wie man es erwarten konnte, gab es dort auch einen Getränkeverkauf. Und wie man weiter warten konnte, wurde die Getränke in Gläsern ausgeschenkt. Auch wenn der Trend scheinbar zu Bechern geht, die man käuflich erwerben muss.

Wodurch auch immer die Organisatoren der Veranstaltung inspiriert wurden, ist nicht klar. Allerdings fanden sie wohl die Ausgabe eines Glases gegen Pfand zu dröge und den Verkauf eines Glases an den Besucher zu einfach. Daher hat man sich etwas besonderes ausgedacht: die Pfandmarke. Hatte man sich bis zur Kasse vorgearbeitet, konnte man dort Wertmarken sowie Pfandmarken ersteigern. Pro Person sollte eine Pfandmarke erstanden werden, welche anschließend in Verbindung mit einem Glas zurückgegeben werden sollte. Auf den ersten Blick recht einfach.

Als wir dann an der Theke zwei Getränke erstanden, wurde lediglich von uns verlangt, zwei Pfandmarken vorzuzeigen. Man musste die Marken also nicht abgeben. Ist ja auch irgendwie klar, dann hätte man sie ja nicht mit einem Glas zurückgeben können. Allerdings stellt sich nun im Umkehrschluss die Frage, warum ich die Marke überhaupt vorzeigen muss. Schließlich kann ich das Glas wegstellen und an der Theke ein neues Getränk erwerben. Und dabei zeige ich meine eine Pfandmarke vor. Das Glas kann ich dann meiner Begleitung weiterreichen, um dann direkt ein weiteres Glas mit meiner einen Pfandmarke zu erstehen. Welches ich dann in der einen Hand halte, um mit der anderen die Pfandmarke für das nächste Glas vorzuzeigen. Schon haben wir 5 Gläser mit zwei Pfandmarken. Schon etwas seltsam.

Nachdem wir einige Minuten über dieses System gegrübelt hatten, sprach ich einen Barkeeper an, ob er mit das System mal erklären könne. Konnte er nicht, allerdings forderte er mich auf, doch noch mal darüber nachzudenken. Ich antwortete, dass ich dies bereits seit einigen Minuten tue, worauf er sagte, er wäre schon Stunden dabei, es zu verstehen. Interessant.

Leider ließ sich das System auch bei der finalen Abgabe der Pfandmarke mit Sinn füllen, da dort lediglich die Pfandmarke abgegeben werden musste. Schließlich gab man die vielen, mit einer einzigen Pfandmarke erstandenen Gläser im Laufe des Abends immer wieder ab, sodass man letztendlich keines mehr hatte. Was aber kein Problem darstellte. Da frag ich mich doch, warum man den Aufwand betrieben hat, extra Pfandmarken bereitzustellen.

Dass ich nicht der einzige Gast war, der sich über dieses System wunderte, bemerkte ich heute, als ich 1Live Plan B mit Klaus Fiehe vom 12.11. nachhörte. Auch er lässt sich über die Pfandmarke aus.

Somit bleibt lediglich noch anzumerken, dass die Young European Lions im Rahmen der ACT Night hervorragende Musik boten. Das wäre ob der Pfandmarkenfrage fast untergegangen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.